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E-Mobilität in Unternehmen: Lohnt sich das?

Der Umwelt- und Klimaschutz hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Viele Unternehmen engagieren sich bereits für nachhaltigere Produktion und Versand. Auch die Elektromobilität ist in vielen Firmen auf dem Vormarsch.
Doch wann lohnt es sich für Unternehmen, in Fahrzeuge mit alternativen Antrieben zu investieren? Lohnt es sich überhaupt? Was sind die Vor- und Nachteile?
Wir haben zusammengefasst, auf was es bei der Elektromobilität ankommt.

Die Kosten – Ist es teurer ein E-Fahrzeug anzuschaffen und zu unterhalten?

E-Fahrzeuge sind teuer. Zumindest teurer als traditionelle Verbrenner. Jedoch wird die Anschaffung durch Subventionen und wegfallende Steuern stark unterstützt. Beim Kauf eines E-Fahrzeugs kann man mit einen Bonus in Höhe von bis zu 11.000 €1 rechnen. Dieser setzt sich aus der Förderung vom Bund und einer Prämie des Herstellers zusammen und variiert von Hersteller zu Hersteller. Weitere Förderungen im Bereich der Beratung, der Anschaffung der Ladestationen und unter Umständen auch beim eigenen Stromanbieter sind möglich. Außerdem verfällt die KFZ-Steuer, die Dienstwagenbesteuerung reduziert sich und es können Sonderabschreibungen getätigt werden. Genauere Informationen über alle möglichen Förderungen sind unter elektromobilitaet.nrw zu finden.

Sie haben nun ein E-Fahrzeug angeschafft. Was kommt nun an Kosten auf Sie zu?

Nach der Anschaffung eines E-Fahrzeugs muss natürlich auch eine Lademöglichkeit gefunden werden. Es gibt zwar immer mehr Ladestationen im öffentlichen Raum, da diese aber nicht immer zur Verfügung stehen und auch von anderen E-Fahrzeugen belegt sein können, kann die Anschaffung von eigenen Ladestationen von Nöten sein. Hier gilt es zu beachten, dass verschiedene Hersteller unterschiedliche Ladestationen voraussetzen. Es ist grundsätzlich auch möglich sein Fahrzeug mit einem speziellen Kabel an einer normalen Steckdose aufzuladen, dies dauert jedoch sehr lange und wird aufgrund der Dauerbelastung der Steckdose nicht empfohlen. Die Installation von eigenen Ladestationen wird in NRW mit 50 % der Kosten subventioniert. Auch in dieser Hinsicht bekommt man also Unterstützung.
Mithilfe der Subventionen werden die Anschaffungskosten stark reduziert. Sie liegen allerdings immer noch über denen eines Benziners oder Diesels. Wo das E-Fahrzeug punkten kann ist besonders bei den laufenden Kosten. Durch die deutlich simplere Mechanik des E-Fahrzeugs treten seltener Fehler auf. Das reduziert den Aufwand und die Kosten von Reparaturen und Wartungen.
Eine deutliche Einsparung lässt sich auch beim Kraftstoff erkennen. Bei einem E-Auto kann man bei einem Verbrauch zwischen 15 und 17 kWh mit knapp 5 € Stromkosten pro 100 Kilometer rechnen. Ein Benziner bei 7 Litern Verbrauch kostet dahingegen bei aktuellen Kraftstoffpreisen (die in Zukunft wahrscheinlich weiter steigen werden) circa 11 €, ein Dieselfahrzeug kommt mit knapp 10 € pro 100 Kilometer zwar noch etwas günstiger weg, unterliegt jedoch auch klar dem E-Auto 2.

Die Lauf- und Ladezeiten – wie weit kommen moderne E-Fahrzeuge?

Die Laufzeit wird häufig als Gegenargument für die E-Fahrzeuge verwendet. Die Sorge, mit dem Auto das Ziel nicht erreichen zu können, beschäftigt viele. Jedoch ist genau diese Laufzeit mit modernen Batterien immer seltener ein Problem. Viele Modelle können bereits zwischen 400 und 600km mit einer Akkuladung leisten, bevor sie eine Aufladung benötigen3. Bei Nutzfahrzeugen wie zum Beispiel einem Kleintransporter ist die Laufzeit mit 180-370km je nach Anbieter und Modell zwar geringer, jedoch befinden sich die größeren Fahrzeuge noch in der Entwicklung und sind dementsprechend noch nicht auf demselben Stand wie die PKWs. Hier ist es wichtig abzuwägen, welche Fahrzeuge für das eigene Unternehmen benötigt werden und wie viele Kilometer sie ohne Aufladung zurücklegen müssen.

Ladevorgang eines E-Fahrzeugs (Quelle: unsplash)

Aber wie oft kann man seine Batterie wieder aufladen, bevor sie ausgetauscht werden muss? Die Gesamtlaufzeit von modernen Batterien wird mittlerweile auf bis zu 500.000km geschätzt. Ob diese stattliche Zahl wirklich erreicht wird, wird die Zukunft zeigen

Die Ladezeiten schneiden im Vergleich mit den Tankzeiten natürlich auch schlechter ab. Dies muss im Unternehmen berücksichtigt werden, da einerseits genug Zeit als auch die Möglichkeit zur Aufladung eingeplant werden muss. Hier stellen sich Fragen wie: An welchen Orten sollten Ladekapazitäten eingerichtet werden und wann können die Fahrzeuge dort aufgeladen werden. Ein modernes E-Fahrzeug benötigt je nach Modell und Ladestation zwei bis vier Stunden für eine vollständige Aufladung.

Der Umweltfaktor – wie umweltfreundlich sind E-Fahrzeuge?

Wer sich für E-Fahrzeuge entscheidet, möchte höchstwahrscheinlich etwas Gutes für die Umwelt tun und sich nachhaltiger fortbewegen. Doch die Umweltverträglichkeit der Batterien wurde nach einer Studie aus dem Jahr 2017 stark diskutiert. Konkret ging es hierbei um die Herstellung der Batterien, die den schwer abbaubaren Stoff Lithium enthalten und somit nach der Herstellung keine besonders gute Umweltbilanz aufweisen. Die aufwändigere Produktion muss das E-Fahrzeug erst einmal kompensieren. Das geschieht heutzutage je nach Modell nach ungefähr 50.000 bis 100.000 gefahrenen Kilometern. Neue Studien zeigen, dass ein Elektrofahrzeug zwischen 66 und 69 % weniger CO2 ausstößt als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Es wird erwartet, dass sich diese Zahl in den nächsten Jahren weiter nach oben verschiebt, wenn der Strom vermehrt aus erneuerbaren Quellen erzeugt wird. Ende des Jahres 2020 wurde außerdem von der EU Kommission beschlossen, dass bei der Herstellung der Batterien mehr auf nachhaltige Gewinnung der Materialien sowie längere Lebensdauer geachtet werden muss4.

Die Alternativen – Hybridfahrzeuge als Zwischenstopp

Ein Hybrid-Fahrzeug (Quelle: unsplash)

Wer sich nicht ganz in den Bereich der Elektromobilität traut, kann sich ein Hybridfahrzeug anschaffen. Diese Fahrzeuge besitzen neben einem normalen Verbrennungsmotor auch einen Elektromotor. Dieser wird entweder durch das Bremsen, die Bewegung des Fahrzeuges oder durch einen Stecker geladen. Die Akkus in den Hybridfahrzeugen werden immer stärker, sodass diese Autos mit rein elektrischem Antrieb immer weiter fahren können, ohne Unterstützung durch den Verbrennungsmotor zu benötigen.

Die Reichweite beträgt bei neuen Modellen aktuell circa 40 bis 60 Kilometer, bevor der Verbrenner sich einschalten muss5.

Durch den Verbrennungsmotor sind Hybridfahrzeuge natürlich nicht so umweltschonend wie ein vollständiger Elektroantrieb, doch gerade bei Fahrzeugen mit einem guten Akku und einem emissionsarmen Verbrennungsmotor lohnt sich die Anschaffung.  

Der Kauf eines Hybridfahrzeuges wird ebenfalls mit einem Umweltbonus von bis zu 6.750€ unterstützt.

Unser Weg zu einer umweltfreundlicheren Fahrzeugflotte

Nachdem der Artikel einen Überblick über die Vor- und Nachteile der Elektromobilität gegeben hat, steht nun die Frage im Raum, ob Unternehmen sich gegen Verbrennungsmotoren entscheiden sollten. Die Antwort auf diese Frage ist sehr individuell und kann pauschal nicht getroffen werden. Der Schritt in Richtung E-Mobilität sollte gut überlegt von statten gehen. Es sollte klar sein, wie, wann und wo die Fahrzeuge geladen werden können und welche Strecken mit ihnen zurückgelegt werden sollen. Noch eignen sich die Fahrzeuge nicht für jedes Unternehmen. Außerdem sollte man beachten, dass es nicht nachhaltig ist, alle seine Fahrzeuge sofort zu verschrotten und gegen E-Fahrzeuge zu ersetzen. Die Anschaffung eines E-Fahrzeuges sollte hauptsächlich bei Neuanschaffungen in Betracht gezogen werden. Wir bei postcon.nrw haben uns bewusst dazu entschieden, in der Zukunft auf Fahrzeuge mit alternativen Antrieben zu setzten, da uns unsere Umwelt wichtig ist.

Denn auch mit den Subventionen des Landes ist die Anschaffung eines E-Autos weiterhin kostspieliger und rechnet sich erst nach ca. 30.000 gefahrenen Kilometern.

Geschäftsführer Olaf Rekittke sagt hierzu: „postcon.nrw ist die Nachhaltigkeit der Umwelt, in der wir leben, sehr wichtig. Fossile Energiestoffe wie Kohle, die die Industrie von NRW über 100 Jahre geprägt haben, gehen zur Neige. Die Zechen sind geschlossen und die Städte im Wandel. Dieser Wandel kann aber nur funktionieren, wenn alle Unternehmen ihren Beitrag dazu leisten und deswegen hat postcon.nrw schon seit einigen Jahren das Ziel: Klimaneutralität so schnell es geht!“

Folglich setzen wir nicht allein auf Fahrzeuge mit alternativen Antrieben: Auch sind ein Großteil unserer Depots und Niederlassungen bereits auf Öko Strom umgestellt worden. Diese Maßnahme ist für uns ebenfalls eine Investition in die Zukunft und ein Beitrag für unser Ziel der Klimaneutralität.

Unsere Ziele für die E-Mobilität

Aktuell besteht unsere eigene Fahrzeugflotte zu 30 % aus Fahrzeugen mit Hybrid- oder Elektroantrieb. Mit der Zeit sollen möglichst alle Fahrzeuge auf alternative Antriebe umgestellt werden. Momentan steht uns da an einigen Stellen noch die Laufleistung im Weg, die leider noch nicht für alle Standorte ausreichend sind. Olaf Rekittke betont aber: „Wir verlassen langfristig gesehen lieber einen Standort, als auf fossile Brennstoffe zu setzen.“

Eines unserer postcon.nrw E-Fahrzeuge

Fazit

Den E-Fahrzeugen eilen einige unbegründete Vorurteile voraus und durch die rasante Entwicklung der Technik ist quasi ständig mit Fortschritt zu rechnen. Erscheinen heute Lauf- bzw. Ladezeiten noch zu kurz oder zu lang, kann dies in wenigen Jahren schon anders aussehen. Es ist wichtig, stets auf dem neuen Stand der Entwicklung zu bleiben und bei jeder Neuanschaffung die Alternativen zu prüfen. Die Umstellung auf Elektromobilität ist eine Entscheidung, die aktiv vom Unternehmen getroffen werden sollte. Unternehmen, die das Thema Umweltschutz ernsthaft verfolgen, kommen an einer Beschäftigung mit E-Fahrzeugen nicht vorbei. Selbst wenn die Subventionen von Land und Bund etwas Bürokratie bedeuteten, bleibt die Umstellung auf die elektische Mobiliät eine Willensangelegenheit.

Verweise:
1: carwow – Bis zu 11.000 € Elektro-Prämie sichern (abgerufen am 10.08.2021)
2: Gerechnet wurde mit einem Benzinpreis von 1,60€ pro Liter, einem Dieselpreis von 1,40€ pro Liter und einem Strompreis von 33ct pro kWh. Diese Preise können natürlich variieren.
3: Autobild – E-Auto Reichweite – das sollten Sie vor dem Kauf wissen (abgerufen am 10.08.2021)
4: Electrive – ICCT: Elektroauto-Klimabilanz knapp 70% besser als Verbrenner (abgerufen am 10.08.2021)
5: ADAC – Plug-In-Hybrid: Modelle, Verbrauch, Technik, Kosten, Ökobilanz (abgerufen am 10.08.2021)

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